Weimarer Republik - KPD 1920 - 1932

202 - verkauft/sold

202 Fünf Wahlzettel der KPD (Handzettel):

1. Für engstes Zusammenwirken mit Sowjet-Rußland kämpft Spartakus.
Schickt Kommunisten ins Parlament!

2. Schickt keine Konterrevolutionäre ins Parlament!
Stimmt für Kommunisten!

3. Im Parlament gegen das Parlament!
Wählt Kommunisten!

4. Wer gegen die bürgerliche Demokratie, für die Diktatur des Proletariats ist, der wähle Kommunisten ins Parlament!

5. Denkt an die 15000 Proletarier, die NOSKE Im Namen der Demokratie geschlachtet hat!
Wählt Spartakus!

Fünf Handzettel/Wahlzettel der KPD, Kommunistische Partei Deutschlands, Berlin ca. 1920-1924.
Ohne Druckvermerk. Größen ca. 8,5 x 24 cm.
Partiell leicht angeschmutzt, kleine Einrisse, Knicke, fleckig.
Code 30202

203 - verkauft/sold

203 Wählt Kommunisten! Öffentliche Wählerversammlung ... Referent: Bürgerschaftskandidat Genosse Thälmann
(Bürgerschaftswahlen Hamburg 1921)
Plakat der VKPD, Vereinigte Kommunistische Partei Deutschlands (Hamburg-Eilbeck) zu den Bürgerschaftswahlen am 20. Februar 1921.
Druck der Hamburger Volkszeitung eGmbH, Hamburg.
Größe 29,2 x 45,2 cm.
War mittig vertikal gefaltet, wenige kleine Randeinrisse.
Code 30203

204 - verkauft/sold

204 Wählt Kommunisten! Liste Thälmann - Lest die Hamburger Volkszeitung!
(Bürgerschaftswahlen Hamburg 1924)
Plakat der KPD, Vereinigte Kommunistische Partei Deutschlands (Hamburg) zu den Bürgerschaftswahlen am 26. Oktober 1924.
Ohne Druckvermerk (Hamburger Volkszeitung).
Größe 29 x 45,2 cm.
War mittig vertikal gefaltet, wenige kleine Randeinrisse, partiell leicht knittrig, linker Rand vertikale Knicke sowie Knitterungen.
Code 30204

205 - verkauft/sold

205 Arbeiter, Angestellte, kleine Handwerker und Kaufleute! - Proletarische Soldaten der Reichswehr und Schupo! ...
Plakataufruf von 1923 der Zentrale der KPD, Kommunistische Partei Deutschlands (Berlin) sich dem Einmarsch der Reichswehr in Sachsen und Thüringen
(November 1923) zu widersetzen.
Ohne Druckvermerk.
Größe 46,2 x 31,8 cm.
Drei horizontale Faltstellen, minimale Randfehlstelle.
Code 30205

Vollständiger Plakattext:

Arbeiter, Angestellte, kleine Handwerker und Kaufleute!
Proletarische Soldaten d. Reichswehr u. Schupo!

Die Regierung der Kapitalisten feiert einen Sieg über die arbeitende Klasse nach dem anderen. Nachdem sie das proletarische Sachsen und Thüringen durch Reichswehr besetzen ließ, nachdem sie die sämtlichen revolutionären Arbeiterzeitungen erdrosselt hat, befestigt sie ihren Sieg, indem sie die Versuche des Aufstandes der Völkischen, der Vertreter des Kleinbürgertums niedergeworfen hat. Sie wird sich jetzt einigen mit den bayerischen Rebellen, mit der Regierung Kahrs, die Deutschland zerschlagen und den Weg ebnen will zur Einsetzung der Monarchie. Sie wird sich einigen mit den Junkern, indem sie die reaktionären Elemente in die Regimenter aufnimmmt. Unter Führung des Generals Seeckt' wird das Bündnis der Brotwucherer, der Kohlen und Eisenwucherer geschlossen.

Die Reichswehr wird offen zur Wehr der Reichen!

Diese faschistische Diktatur bedeutet:
wachsende Teuerung, wachsenden Hunger,
wachsende Arbeitslosigkeit und den Zehnstundentag.

Sie bedeutet
die Vollendung der Versklavung der Arbeiterschaft!

Jeder Tag der Herrschaft Stresemanns und Seeckts beweist:
Alle Versprechungen, wertbeständiges Geld einzuführen, sind Lug und Trug!

Die Regierung Stresemann-Seeckt kann kein wertbeständiges Geld einführen, weil sie kein Gold und keine Devisen hat und nicht diese bei Schwerindustriellen und Junkern nimmt.

Die Regierung Seeckt verspricht die Linderung der Lebensmittelnot, aber dieses Versprechen ist eitel Betrug. Die Bauern geben für die wertlosen Papierfetzen kein Brot, und die Regierung wagt nicht, Industrieprodukte bei den Schwerindustriellen zu beschlagnahmen, um dafür Brot von den Bauern zu bekommen.

Die Regierung Seeckt verspricht Euch Kohlen für den Winter, aber sie wagt nicht, Kohlen bei Stinnes und
Klöckner zu nehmen.

Die Regierung Seeckt verspricht, gegen die Arbeitslosigkeit zu kämpfen. Aber sie macht die Arbeiter arbeitslos, weil bei den bestehenden Kohlenpreisen die deutsche Industrie nicht fähig ist, auf dem Weltmarkt zu konkurrieren.

Arbeiter, Angestellte, Beamte und leidender Mittelstand!

Irregeführt durch die SPD., die Schrittmacherin der Militärdiktatur, die die Schrittmacherin des Faschismus war, habt Ihr den Aufbau der Diktatur Eurer Ausbeuter und Peiniger nicht verhindert, jetzt werdet Ihr gegeißelt von den Skorpionen des General Seeckt. Wehrt Ihr Euch nicht, so werdet Ihr hungernd und frierend zu Paaren getrieben werden.

Viereinhalb Millionen Arbeitslose
wissen schon heute nicht, was sie morgen essen werden. Die Agenten der Konterrevolution reizen sie auf zu Plünderungen der kleinen jüdischen Schieber, um die Wut des Volkes abzulenken von den großen jüdischen und christlichen Schiebern. Die VSPD fordert Euch auf, der Schupo zu helfen im Kampfe gegen Plünderungen.

Wir fordern Euch aber auf zum Kampfe um Brot und Freiheit!

Das Schweigen der Arbeiter macht die faschistischen Diktatoren übermütig. Ein unfähiges Gesindel, das nichts hat, als den Prügel der schießt, und den Säbel der haut, eine Bande von Bankrotteuren, mit denen die Entente spricht, als wären sie ihre Lakaien. Sie glauben, daß sie alles dem deutschen Volke bieten könnten.
Wir rufen Euch auf, den Herrschaften zu zeigen, daß sie die Arbeiterklasse nicht beseitigt haben.

Füllt die Straßen der Städte mit Euren Massen, gegenüber denen Reichswehr und Sipo Glas ist, das zersplittert!

Auf zu Massendemonstrationen!
Brot für die Hungernden!
Arbeit für die Proletarier!
Freiheit für die Volksmassen!
Nieder mit der faschistischen Diktatur!
Es lebe Räte-Deutschland!

Zentrale der Kommunistischen Partei Deutschlands.

206 - verkauft/sold

206 Kampffront gegen die Hungerzölle
Wandzeitung der Zentrale der KPD, Kommunistische Partei Deutschlands (Berlin) vom 19.6.1925 gegen die Zollgesetzgebung der Reichsregierung Luther.
Hg. Presseverlag GmbH, Stuttgart.
Druckereigenossenschaft eGmbH, Stuttgart.
Größe 50,2 x 35,6 cm.
War gefaltet, partiell fleckig.
Code 30206

Vollständiger Plakattext:

KAMPFFRONT GEGEN DIE HUNGERZÖLLE

Der Zollkampf.
Wie er geführt wird, und wie er geführt werden muß.
Vom Polbüro wird uns geschrieben:
Wer nach den großen Tönen, die die sozialdemokratische und die Gewerkschaftspresse gegen
die Zollraubpläne der Luther-Regierung von sich gegeben hat, glaubte, nun würde man endlich das seltene und neuartige Schauspiel erleben, wie die schwarzrotgelben Sozialisten zum Kampf gegen Großkapitalisten und Junker, gegen die reaktionäre Regierung, antreten, ist wieder einmal enttäuscht worden. Der „Sturm",
der nach der Meinung der „Gewerkschaftszeitung“ gegen die Zollvorlage entfacht werden soll, hat sich bisher als ein lindes Lüftchen erwiesen. Was die „sozialistischen“ Regierungsvertreter in der Beratung des Reichsrats am 18. Juni geleistet haben, das ist ein Beispiel sozialdemokratischen „Kampfes“, das seinesgleichen sucht.

Wenn im Reichsrat alle Regierungen, die von der Unterstützung der SPD. abhängen, gegen
die Zollvorlage gestimmt hätten, dann wäre sie ebenso gefallen, wie der Einspruch gegen die
Aufhebung der Ausnahmegerichtsbarkeit in Bayern gefallen ist. Aber, was hat die Gefahr
der Aushungerung des Volkes für sozialdemokratische Minister und Ministeranwärter zu bedeuten, wenn ihr höchstes Gut, der Ministersessel, in Gefahr ist? Das Verhalten der Braun-Regierung im Reichstag gibt uns einen Vorgeschmack von der Art, wie der „Zollkampf“ der SPD. im Reichstag aussehen wird.

Die preußische Regierung hat sich mit keinem Wort gegen die Industriezölle gewandt, sie hat
selbst Getreidezölle in der Höhe von 2 Mk. bis 3.50 Mk. vorgeschlagen und nur beantragt, das
System der Mindestzölle durch das System der gleitenden Zölle (d. h. solcher Zölle, die sich der
jeweiligen Differenz zwischen Weltmarktpreisen und Inlandspreisen anpassen) zu ersetzen. Als
dieser Abänderungsantrag auf den Einspruch des Landwirtschaftsministers Kanitz abgelehnt
wurde (dagegen stimmte z. B. die hessische Regierung mit ihrem sozialdemokratischen Präsidenten Ulrich), da stimmte in der Schlußabstimmung die preußische Regierung für den Regierungsentwurf.
der „Vorwärts" meint dazu:
Offenbar aus der Erwägung heraus, daß die Schaffung eines Zolltarifes an sich eine Notwendigkeit sei und ein Vakuum nicht verantwortet werden könne,“ und bemerkt dazu:

„Nach diesem Auftakt im Reichsrat kann man sich eine Vorstellung davon machen, mit
welcher Schärfe der Kampf im Reichstag entbrennen wird, wo in den nächsten Tagen und
Wochen die endgültige Entscheidung fallen soll!“

"Spottet seiner selbst und weiß nicht wie." Die „Schärfe“ des sozialdemokratischen Kampfes
wird danach darin bestehen, daß die SPD. grundsätzlich die Notwendigkeit des Zolltarifs
anerkennt, Abänderungsanträge stellt, die die Industriezölle unberührt lassen, sich friedlich
überstimmen läßt (auch von ihren zentrümlichen und demokratischen Koalitionsgenossen), wobei
sie eventuell noch, falls es zur Rettung der Luther-Regierung notwendig sein sollte, was freilich nicht wahrscheinlich ist, für den Regierungsantrag stimmt oder sich der Stimme enthält.

Der „Vorwärts“ vom 20. ds. Mts. deutet diese „Kampfführung“ schon an. Er bemerkt, daß die Regierungsparteien über die Zollvorlage noch nicht untereinander einig sind (für die Industriellen der Deutschen Volkspartei sind die Agrarzölle zu hoch) und daß daher ein Kompromiß wahrscheinlich in der Richtung der gleitenden Zölle beschlossen wird, das Zollgesetz würde „eine Vergewaltigung des Volkes“
dar stellen und dürfe darum „in dieser Form" nicht Gesetz werden. Das heißt, daß die SPD. für die
Zölle zu haben ist, wenn man ihr in der Form entgegenkommt.

Es ist klar, warum die Sozialdemokraten selbst bei einer solchen Frage, wo offenkundig die Interessen der breitesten Volksmassen auf dem Spiele stehen und es leicht möglich wäre, durch die Mobilisierung der Volksmassen die Regierung mitsamt ihren Wucherplänen zu Fall zu bringen,nicht an einem wirklichen Kapmpf denkt. Die SPD. hat schon mehrfach, zuletzt beim spanischen Handelsvertrag, die Luther-Regierung gerettet. Sie tut das deshalb, weil ihre ganze Politik von der Hoffnung bestimmt ist, in die edle Gemeinschaft der Luther-Stresemann-Geßler aufgenommen zu werden, sobald es zwischen der Regierung und den Deutschnationalen wegen der außenpolitischen Schwierigkeiten zu einem Konflikt kommt. Die Sozialdemokraten versäumen keine Gelegenheit, in der Öffentlichkeit zu erklären, daß nicht die Deutschnationalen, sondern die Sozialdemokraten dazu berufen sind, die „kluge Friedenspolitik“ der Luther-Regierung durchzuführen. Jeder schroffe Ton in Zoll- und Steuerfragen würde dieses höchste Ziel der SPD., den Aufstieg in die Ministersessel, in Frage stellen. Darum geht es mit gedämpfter Trommel Klang.

So sieht die Sache aus vom Standpunkt der kleinbürgerlichen Politikanten, die sich Sozialdemokraten nennen. Wie aber steht es mit den Massenorganisationen des Proletariats, den Gewerkschaften, die verpflichtet sind, nicht die Interessen sozialdemokratischer Postenjäger zu wahren, sondern die Interessen von Millionen organisierter Arbeiter? Die Anfrage der Zentrale der KPD., die wir heute veröffentlichen,
weist darauf hin, daß der ADGB., wie in allen anderen Lebensfragen des Proletariats, so auch in der Zollfrage bisher nur schöne Worte gefunden, aber noch keine einzige praktische Kampfmaßnahme getroffen hat.

Die KPD. schlägt ein konkretes Kampfprogramm gegen die Wucherzölle vor. Es ist die Aufgabe der organisierten Arbeiterschaft, dafür zu sorgen, daß die Gewerkschaften sich dieses Kampfprogramm zu eigen machen und nicht wiederum das Schwindelprogramm der parlamentarischen Scheinopposition der SPD.

Die allgemeine Lage der deutschen Arbeiterklasse ist so bedrohlich, daß die Gewerkschaften schleunigst die Kräfte der Massen mobilisieren müssen, wenn sie nur ihre eigene Existenz verteidigen wollen. Der Angriff der Scharfmacher der Holzindustrie ist ein Vorstoß gegen die Existenz der freien Gewerkschaften überhaupt. So
leitet die Bourgeoisie den allgemeinen Anggriff auf die Löhne und Arbeitsbedingungen des Proletariats ein und will sich zugleich bei der heraufziehenden Krise sicherstellen, daß wiederum wie bei der Inflationskrise die Arbeiterschaft allein alle Lasten zu tragen hat.

Ist der Kampf des deutschen Proletariats zur Rettung seiner primitivsten Rechte in der jetzigen Situation notwendig, so ist andererseits die Situation für diesen Kampf auch durchaus günstig. Die deutsche Bourgeoisie und ihre Regierung sind in großen Schwierigkeiten. Es ist keine leichte Aufgabe, nachdem man bei der Hindenburgwahl das Kleinbürgertum mit nationalistischen Phrasen besoffen gemacht hat, die
Entwaffnungsnote und den Garantiepakt zu schlucken, die Deutschland in einen Zustand versetzen, den die Türken, die Marokkaner und chinesischen Kulis zu dulden nicht gewillt sind.

Zugleich mit dem Vormarsch der internationalen Reaktion sehen wir ein Erwachen der internationalen Arbeiterklasse. Nicht nur erheben sich im Osten die Millionenmassen der Kolonialsklaven, gleichzeitig sammelt sich im Mutterland des Kapitalismus, im Mutterland der Gewerkschaftsbewegung, in England, das
Proletariat zu neuen Kämpfen und zeigt den Arbeitern aller Länder den nächsten Schritt, der auf dem Wege der Befreiung der Arbeiterklasse getan werden muß: die internationale Einheit der Gewerkschaften!

Auf den deutschen Arbeitern liegt in diesen Tagen eine schwere Verantwortung. Sie dürfen sich nicht von dem Geschwätz der Gewerkschaftsführer auf eine fernere Zukunft vertrösten lassen, wo die Teuerung, die die Zölle mit sich bringen, durch Lohnsteigerungen wettgemacht werden soll. Das Proletariat ist der Vorkämpfer aller werktätigen Schichten. Die Verbindung von Industrie-, Brot- und Fleischzöllen bedeutet
den Hunger nicht nur für die Industriearbeiter, sondern auch für den städtischen Mittelstand und die arme Landbevölkerung. Lohnerhöhungen, die außerdem nur einem verhältnismäßig kleinen Teil der Arbeiterschaft zugute kommen, solange die reformistische Gewerschaftstaktik der isolierten Lohnkämpfe gebraucht wird, sind kein Mittel, um den Hungerfeldzug der Bourgeoisie abzuuwehren.

Die KPD. zeigt den einzig gangbaren Weg des Massenkampfes aller Werktätigen gegen die Bourgeoisie. Nicht die Reformisten, die heute noch an den Spitzen der Verbände stehen, sondern die Massen der Arbeiter haben zu entscheiden, ob die deutsche Arbeiterklasse noch in größeres Elend versinken soll, oder ob der Weg
des Kampfes, der Weg der Befreiung gegangen wird.

Mittelteil linke Spalte:

Offene Anfrage an den Bundesvorstand des ADGB
Was gedenkt der ADGB. gegen den Zoll- und Steuerraub zu tun?

Der Reichsrat hat die Zollvorlage der Luther-Regierung mit 48 gegen 10 Stimmen angenommen. In der nächsten Woche soll diese Vorlage, die der Bundesauschuß des ADGB. mit Recht "unvereinbar mit den Lebensinteressen der großen Volksmassen“ genannt hat, im Reichstag durchgepeitscht werden.
Jetzt schon beraten die Regierungsparteien über die Kniffe der Geschäftsordnung, denen sie eine etwaige Obstruktion abwürgen wollen.
Der ADGB.-Vorstand hat in mehrfachen Kundgebungen sich gegen die neuen Zoll- und Steuerpläne der reaktionären Regierung gewandt, er hat in seiner Sitzung vom 13. Juni "schärfsten Einspruch“ gegen eine Wirtschaftsolitik erhoben, die durch Schutzzölle die Lebensbedingungen der Arbeiterschaft verteuert,
andererseits aber jede Lohnerhöhung ablehnt.
Der ADGB. hat aber trotz aller starken Worte gegen die Zölle noch mit keinem Wort verraten, durch welche Mittel er diesen Anschlag auf die Lebensinteressen des arbeitenden Volkes zurückweisen will.
Er hat bisher als einzige Maßnahme beschlossen, 10 Pfennige pro Mitglied der Gewerkschaften zum Zwecke einer „planmäßiggen Abwehraktion“ gegen die schutzöllnerischen Bestrebungen der Regierung, Industrie
und Landwirtschaft zur Verfügung zu stellen.
In einer Zeit, wo die Bourgeoisie durch die Holzarbeiteraussperrung die freien Gewerkschaften direkt mit
den schärfsten Waffen angreift, tut der ADGB. nichts zur Mobilisierung der Massen.
Wir fragen im Namen von Millionen freigewerkschaftlich organisierter Arbeiter:
Wie soll die planmäßige Abwehraktion aussehen?
Wann soll sie beginnen?
Warum ist von ihr bis heute nichts zu merken?
Die Arbeiterschaft hat mit den „Aktionen" des ADGB. schon die trübsten Erfahrungen gemacht. Noch immer warten die Arbeiter vergebens auf die versprochene Aktion zur Rückeroberung des Achtsundentages, für die
jedes Mitglied 50 Pfennige bezahlt hat.
Statt seine Mittel ausschließlich in den Dienst proletarischer Aktionen zu stellen, hat der ADGB. seine Mittel sogar auf die politische Propaganda für bürgerliche Parteien verwendet. Die Gewerkschaftsblätter haben mit den Geldern der Arbeiter für denselben SPD.-Minister Braun Propaganda gemacht, dessen Regierung eben im Reichsrat für die wucherische Zollvorlage gestimmt hat.
Nicht leere Phrasen in den Parlamenten, nicht hohles Geschrei in den Zeitungen fordern die Arbeitern von ihren Organisationen, sondern praktische Kampfmaßnahmen zur Verhinderung der Raubpläne der Bourgeoisie.

Die Kommunistische Partei, die einzige Partei, die die Interessen der Arbeiterschaft und der werktätigen Massen konsequent vertritt, macht den Gewerkschaften den folgenden Vorschlag zu einem

Aktionsprogramm gegen den Zollwucher

1. In der Zeit der Beratung der Zollvorlage Massendemonstrationen und intensivste Propaganda gegen die Zollpläne in ganz Deutschland, zugleich schärfste parlamentarische Obstruktion, auch gegen die Landesregierungen, die die Zollvorlage unterstützt haben.

2. Sollten die bürgerlichen Parteien und die Regierung es trotzdem wagen, die Zollvorlage durchzupeitschen,
dann Volksentscheid gegen die Zollgesetze. Unter dem Druck des ADGB. müßte auch die durch ihre Koalitionspolitik an die Bourgeoisie gekettete SPD. dafür eintreten. Das zur Einleitung eines Volksentscheides notwendige Drittel der Abgeordneten wäre ohne Schwierigkeit gesichert.

3. Wenn die Regierung durch irgendwelche Gewaltmittel den Volksentscheid zu verhindern, zu beeinflussen oder sein Ergebnis zu ignorieren versucht, dann Einsetzung des schärfsten gewerkschaftlichen
Mittels, des Demonstrationsstreiks, der mit den anderen ebenso dringenden proletarischen Forderungen:
Achtststundentag, Amnestie, Aufhebung der Lohn- und Mietssteuer, Entwaffnung der monarchistischen Reaktion zu verbinden wäre.

Arbeiter, Angestellte, Beamte!
Eure Gewerkschaftsorganisationen werden unter ihrer jetztigen Führung diese Vorschläge nicht annehmen, wenn ihr sie nicht zwingt.

Die Spitzenorganisationen werden weiter radikal reden und nichts tun, wenn ihr sie nicht in euren Betriebs- und Gewerkschaftsversamlungen auf unsere Vorschläge verpflichtet.

Die KPD. erklärt sich bereit, jede wirklich Kampfmaßnahme gegen die Raubpläne zu unterstützen.
Hat der Bundesausschuß des ADGB. bessere Vorschläge für die planmäßige Aktion gegen den Zollwucher zu machen, so werden wir sie akzeptieren und unterſtützen. Aber wir werden nicht dulden, daß die Führer der Gewerkschaften, die durch die Macht ihrer Organisationen die Zoll- und Steuerpläne der besitzenden verhindern können, mit radikalen Phrasen ihr Nichtstun verdecken.

Es ist Zeit, von den Worten zur Tat überzugehen.

In einer Zeit, wo sich die marokkanischen Kolonialsklaven, die seit Jahrtausenden geduldig unter das Joch gebeugten Kulis, gegen den räuberischen Imperialismus erheben, werden auch die Lohnsklaven im Herzen
Europas nicht mehr lange widerstandslos zusehen, wie sie an das internationale Kapital verkauft werden.

Ihr Herren vom ADGB., die Arbeitermassen erwarten von euch eine klare Antwort. Wenn ihr schweigt, so werden wir nicht verfehlen, diese Antwort der proletarischen Öffentlichkeit bekannt zu machen.

Der ADGB. hat die Macht, den proletarischen Kampf gewaltig zu fördern oder zu erschweren. Er wird, was er tut und was er unterläßt, vor Millionen vom Hunger bedrohter Proletarierfamilien zu verantworten haben.



Zentrale der Kommunistischen Partei Deutschlands
Sektion der III. Internationale.
Berlin, den 19. Juni 1925.

207 - verkauft/sold

207 Das arbeitende Deutschland wählt rot,
wählt den Arbeiter Thälmann
Plakat der KPD, Kommunistische Partei Deutschlands, Berlin (Hg. Geschke MdR, Berlin) zur Reichspräsidentenwahl am 29.3.1925. Druck J. Windolff, Berlin SW 68. Größe 33,4 x 44,8 cm.
Ungerade beschnitten, war mittig vertikal gefaltet, kleine Randeinrisse, im Bereich der Faltstelle fleckig.
Code 30207

208 - verkauft/sold

208 3 Milliarden verlangen die Fürsten ... Zeichnet Euch ein in die Liste für das Volksbegehren!
Kommunistische Partei Deutschlands / Bezirk Nordbayern
Plakat der KPD, Kommunistische Partei Deutschlands, Bezirk Nordbayern (Hg. Meyer MdR, Nürnberg) zum Volksbegehren zur Fürstenenteignung im März 1926.
Druck Hans Lotter, Nürnberg.
Größe 32,8 x 46,9 cm.
Ungerade beschnitten, war mittig vertikal gefaltet, kleine Randeinrisse.
Code 30208

209 - verkauft/sold

209 Macht uns frei! Wählt Kommunisten!
Plakat der KPD, Kommunistische Partei Deutschlands, Berlin (Hg. Hugo Eberlein, Mitglied des Landtags, Berlin) zur Landtagswahl in Preussen am 20.5.1928.
Entwurf bezeichnet "Doy" oder ähnlich, Deutschland 1928.
Druck Peuvag, Berlin W 8.
Größe 35,4 x 24,9 cm.
Auf Japanpapier aufgezogen, Lochung sowie im unteren Rand einige kleine Fehlstellen ergänzt, kleine Randeinrisse restauriert.
Code 30209

210 - verkauft/sold

210 Weltkampftag gegen Erwerbslosigkeit und Hungeroffensive am 25. Februar (1931)
Tod dem Faschismus - Nieder mit der Brüning-Diktatur!
Plakat des Bezirksausschusses der Erwerbslosen (Ruhrgebiet), Deutschland 1931.
Herausgeber und inhaltlich Verantwortlicher: MdR Wilhelm Florin, Essen (KPD).
Druck Westdeutsche Buchdruck-Werkstätten, Essen.
Größe 64,1 x 48,2 cm.
War gefaltet, Faltstellen leicht gebräunt, verso am linken Rand ein Stück leichter Karton (ca. 11 x 6 cm) montiert.
Code 30210

Vollständiger Plakattext:

Weltkampftag

gegen Erwerbslosigkeit und Hungeroffensive am 25. Februar (1931)

Tod dem Faschismus

Nieder mit der Brüning-Hungerdiktatur!
30 Millionen Arbeitslose in den kapitalistischen Ländern!

5 Millionen Arbeitslose in Deutschland! Über 20 Millionen Frauen, Kinder und Jugendliche der Verelendung preisgegeben!

Lohnraub und verschärfte Ausbeutung in den Betrieben!

Die Bourgeoisie und ihre SPD-Lakaien, vollgefressene Gewerkschaftsbonzen, schwelgen und prassen!

Severings Polizeigarden rasen mit Gummiknüppel und Revolver gegen die Hungerarmee!

Die Hitlerpartei mordet
revolut. Arbeiter durch SA-Horden im Aufträge des Trustkapitals

Werktätige, Erwerbslose, Wohlfahrtsarbeiter, Angestellte, Mittelständler, Frauen Jugendliche, Kriegs- und Arbeitsopfer

Heraus am 25.Februar

zum Weltkampfftag!

Hunderttausende marschieren aus ihren Elendshöhlen, aus den Fabriken, aus den Schächten aus den Kontoren! Revolutionäre Einheitsfront gegen die Ausbeuter, gegen die Lohn- und Unterstützungsräuber! Die Bourgeoisie muß erzittern vor dem Marschtritt der Arbeiterbataillone ...

211 - reserviert

211 "Alarm" - Agitproptruppe der I. A. H. für Mitteldeutschland
Kleinplakat der kämpferischen, satirisch-politischen Theatertruppe "Alarm" (Halle an der Saale) der Internationalen Arbeiterhilfe für Mitteldeutschland.
Anonymer Entwurf u. Druck, Deutschland 1931/32.
Größe 21 x 33 cm.
War gefaltet, etwas stockfleckig, kleine Eckfehlstelle oben links.
Code 30211

212 - Euro 120,-

212 Hast du dich schon eingezeichnet?
Plakat der Kommunistische Partei Deutschlands für Volksbegehren 1926, 1928, 1931.
Plakataufruf der KPD, Kommunistische Partei Deutschlands, Sektion der 3. Internationale Bezirk Ostsachsen zur Einzeichnung für ein von der KPD unterstütztes Volksbegehren 1926, 1928, Sachsen 1931.
Anonymer Entwurf, Deutschland 1926/1931.
Ohne Druckvermerk.
Größe ca. 33,3 x 46 cm.
Ränder ungerade beschnitten, war mittig vertikal gefaltet, gestempelt.
Code 30212

213 - verkauft/sold

213 Für Thälmann - Gegen Severing, Brüning, Hitler
Öffentliche Versammlung ... KPD - Her zur Roten Einheitsfront!
Blankoplakat der KPD, Kommunistische Partei Deutschlands (Hg. Ernst Schneller, Berlin) für öffentliche KPD-Versammlungen in der politischen Auseinandersetzung 1931/32.
Anonymer Entwurf, Deutschland 1931/32.
City-Druckerei AG, Berlin.
Größe 34,7 x 49,8 cm.
War mittig vertikal gefaltet, auf Japanpapier aufgezogen, Faltstellen leicht gebräunt, Lochungen sowie Randfehlstellen ergänzt und Randeinrisse restauriert.
Code 30213

214 - verkauft/sold

214 Antifaschisten wählt Kommunisten Liste 3 - KPD
Plakat der KPD, Kommunistische Partei Deutschlands (Herausgeber und inhaltlich verantwortlich: Ernst Schneller, MdR Berlin) zur Reichstagswahl am 31.7.1932 und/oder 6.11.1932.
Entwurf Fritz Salender (monogrammiert "SLD"), Deutschland 1932.
Druck Westdeutsche Buchdruck-Werkstätten AG, Düsseldorf.
Größe 67,4 x 96,9 cm.
War gefaltet u. gelocht, auf Japanpapier aufgezogen, Lochungen ergänzt, Farbabrieb an Faltstellen.
Code 30214

215 - verkauft/sold

215 Liste 4 - Wählt Kommunisten - Preussen rot für Arbeit Freiheit Brot
Plakat der KPD, Kommunistische Partei Deutschlands (Hg. Ernst Schneller, Berlin) zur LTW in Preussen am 24.4.1932.
Entwurf Fritz Salender (monogrammiert "SLD"), Deutschland 1932.
City Druckerei AG, Berlin.
Größe 30,9 x 22,9 cm.
Kurzer Eckknick oben links.
Code 30215